Geschichte, Wald und Zukunft verbinden: Zentrum Holzbau Schwarzwald startet Konzeptphase und ruft Bevölkerung zum Mitmachen auf
Menzenschwand, 16. Juli 2026 │ Wo früher zahlreiche Sägewerke das Bild der Region prägten, erinnern heute oft nur noch Fundamente oder Flurnamen an ihre Geschichte. Dieses kulturhistorische Erbe möchte das gemeinnützige Zentrum Holzbau Schwarzwald (ZHS) nun sichtbar machen: Zwischen Menzenschwand und Ühlingen-Birkendorf soll ein Sägewerkspfad entstehen, der regionale Geschichte mit den Zukunftsthemen Wald, Holz, Klima und Biodiversität verbindet. Die Konzeption des Projektes wird vom Biosphärengebiet Schwarzwald mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg sowie der Kommunen im Biosphärengebiet gefördert.
Ein Projekt für die Region
Initiator des Sägewerkspfades ist Stefan Kudermann, Geschäftsführer des Zentrums Holzbau Schwarzwald, dessen Sitz sich in Ühlingen-Birkendorf befindet. Das zukünftige ZHS soll in Menzenschwand entstehen. Kudermann geht es dabei nicht nur um die Bewahrung regionaler Geschichte, sondern auch um die Vernetzung der Akteure vor Ort. „Der Sägewerkspfad soll zeigen, wie eng die Entwicklung unserer Region mit dem Werkstoff Holz verbunden ist. Gleichzeitig möchten wir das Wissen der Menschen vor Ort einbinden und gemeinsam ein Bildungsangebot schaffen, das Geschichte und Zukunft miteinander verbindet“, berichtet Kudermann.
Historisches Wissen wird erlebbar
Derzeit läuft die Konzeptphase. Die fachliche Beratung, didaktische Konzeption und Medienplanung übernimmt Dipl.-Ing. (FH) Annette Müller-Birkenmeier vom Planungsbüro ForumNatursport in Kirchzarten. Sie erfasst historische und aktuelle Sägewerksstandorte, identifiziert geeignete Stationen und Inhalte für Informationstafeln und entwickelt digitale Angebote.
Wald, Holz und Klimawandel verständlich erklärt
Besucherinnen und Besucher sollen künftig an verschiedenen Stationen erfahren, wie sich die Holzverarbeitung im Laufe der Zeit verändert hat, welche Bedeutung der Wald für Klima, Wasserhaushalt und Artenvielfalt besitzt und wie sich der Klimawandel auf unsere Wälder auswirkt. Ergänzend sind QR-Codes geplant, über die historische Fotos, Anekdoten, Filme oder Interviews mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sowie Fachleuten aufgerufen werden können. Bekannt ist, dass es im Landkreis Waldshut einst eine außergewöhnlich hohe Dichte an Sägewerken gab. Dieses Erbe soll nun systematisch aufgearbeitet und für Schulklassen, Familien, Wandernde und alle Interessierten erlebbar gemacht werden.
Gesucht: Unterstützer, Erinnerungen, Fotos und Zeitzeugen
Für die Konzeptphase sind das Zentrum Holzbau Schwarzwald und ForumNatursport auf die Unterstützung der Bevölkerung angewiesen: Gesucht werden historische Fotos, Dokumente, Zeitungsberichte oder Karten ebenso wie persönliche Erinnerungen, Anekdoten oder Hinweise auf ehemalige Sägewerksstandorte und Zeitzeugen. Darüber hinaus sind alle willkommen, die das Projekt finanziell fördern oder sich mit ihrem Wissen, ihren Ideen oder ihrem persönlichen Engagement einbringen möchten.
Wer Informationen, Materialien oder persönliche Erinnerungen beisteuern möchte, kann sich per E-Mail an forumnatursport@t-online.de wenden. Wer das Projekt finanziell unterstützen oder sich über weitere Möglichkeiten einer Mitwirkung informieren möchte, erreicht Stefan Kudermann unter s-kudermann@zentrum-holzbau.de.
Foto: Andreas Mayer (Sägewerk Mayer Menzenschwand), Annette Müller-Birkenmeier (ForumNatursport), Stefan Kudermann (Zentrum Holzbau Schwarzwald gGmbH) (v.l.n.r.)
Kontakt
Marion Steger
Projektleiterin
m-steger@zentrum-holzbau.de
Tel.: + 49 1525 983 0216